Die Bahnhofstraße wird dann zur Landesstraße

 

Von Robert Bergmann

Do, 12. April 2018

Steinen

 

Sachstandsbericht zu den Auswirkungen des Zentralklinik-Neubaus auf Steinen / Die L 138-Verlegung wird konkret.

 

 

STEINEN/LÖRRACH (rbr). Die Auswirkungen des Zentralklinikum-Baus im Lörracher Entenbad erläuterte Jürgen Dullisch, Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr Sicherheit der Stadt Lörrach am Dienstag im Gemeinderat. Die wohl gravierendste Veränderung aus Steinener Sicht dürfte die Verlegung der Landesstraße 138 an die Bahnlinie sein. Nach Fertigstellung wird die Straße dann in Höhe der Tennisplätze auf die Steinener Gemarkungsgrenze stoßen und in der Verlängerung durch die Bahnhofstraße geführt.


Im Jahr 2025 soll das neue Zentralklinikum in der Verlängerung des Gewerbegebiets Entenbad eröffnet werden, "ein sehr sportiver Plan", findet Jürgen Dullisch. Bis dahin gilt es, die umliegende Verkehrsstruktur entsprechend anzupassen. Aus Lörracher Perspektive ist es extrem wichtig, die Trinkwasserschutzgebiete in Richtung Steinen zu schützen. Auch dies ist ein Grund, die momentan noch mitten durch die Trinkwasserschutzzone laufende Landesstraße an die Bahnlinie heranzurücken.

Dullisch umriss im Steinener Rat die grobe Abfolge der Bauarbeiten. Die Umlegung der L 138 an die Bahnlinie soll erst in einem zweiten Schritt erfolgen. Davor steht der Bau eines Kreisels an der nordöstlichen Ecke, der die Zufahrt aufs Klinikareal sicherstellt. Später gilt es dann noch, die Anbindung der neuen Straßen an die B 317 herzustellen. Der für das Zentralklinikum vorgesehene Bau einer neuen Haltestelle für die Wiesentalbahn habe – in Kombination mit Pläneneines weiteren Halts beim Maulburger Gewerbegebiet West – Auswirkungen auf den Fahrplan, erläuterte Dullisch. Zu sprechen sei außerdem noch über den konkreten Standort des Klinik-Hubschrauberlandeplatzes. "Für uns hat der Klinikbau gravierende Auswirkungen", sagte Gemeinschafts-Sprecherin Ulrike Mölbert aus Steinener Sicht. Sie fürchtet insbesondere, dass nach der Verlegung der Landesstraße 138 – die dann schnurgerade parallel zu Bahnlinie verläuft – noch mehr Verkehr durch Steinen rollen könnte. Auch kritisierte sie die aktuell noch fehlende Planung bei der L 138-Fortführung durch die heutige Bahnhofstraße. Außerdem mahnte sie eine Neuplanung für den Bahnübergang inklusive der Schrankenschließzeiten an. Mölbert: "Ich habe Angst vor Stettener Verhältnissen". Auf Nachfrage aus den Zuschauerreihen verneinte Bürgermeister Gunther Braun, dass die Landesstraßenverlegung Auswirkungen auf den Betrieb der Tennisplätze haben könnte, wenn sich diese in ein paar Jahren in direkter Nachbarschaft zur L 138 befinden.

Es sei wichtig, so appellierte Jürgen Dullisch an den Gemeinderat, bei allen möglicherweise zwischen Steinen und Lörrach im Zusammenhang mit dem Klinikneubau auftretenden Problemen, "dass wir konstruktiv zusammenarbeiten". Diesem Appell schloss sich für das Regierungspräsidium auch Jürgen Kaiser, Referatsleiter Straßenplanung, an. Im "Wir-Modus" hatte zuvor Steinens Bürgermeister Gunther Braun die sich durch den Zentralklinikums-Bau abzeichnenden Veränderungen skizziert. Und war dafür von SPD-Sprecher Rudolf Steck prompt kritisiert worden.