Steinen (jab). Unabhängig voneinander mahnten zwei Bürger im Gemeinderat an, dass die Gemeindeverwaltung bei den Planungen rund um die Zentralklinik im benachbarten „Entenbad“ frühzeitig Position beziehen muss.

Tatsächlich wird der Bau des neuen Zentralklinikums für die Gemeinde Steinen vor allem mit Blick auf das Thema Verkehr erhebliche Auswirkungen haben. Wenn′es gut läuft, positive: „Das ist eine einmalige Chance, unsere eigenen Probleme im Verkehrsnadelöhr Steinen anzugehen“, hatte Bürgermeister Gunther Braun beim Neujahrsempfang frohlockt; immerhin geht der Neubau mit einer großformatigen Überarbeitung der Verkehrsinfrastruktur einher. Stichworte sind die Verlegung der Landstraße L 138 um den geplanten Standort der Klinik herum, die Umgestaltung des Kreisels am Ortseingang, der vierspurige Ausbau der B 317 und die Einrichtung eines neuen Regio-S-Bahn-Haltes.

Damit die Steinener Anliegen bei diesen Plänen berücksichtigt werden, muss die Gemeinde ihre eigenen Vorstellungen von Beginn an einbringen – und zwar entschiedener als in den letzten Jahren und Jahrzehnten zuvor, forderte ein Bürger, der für seine Ausführungen tief in die Zeitungsarchive gestiegen war und nie verwirklichte Pläne zur Steinener Verkehrsentlastung aus der Vergangenheit ans Tageslicht befördert hatte.

„Steinen erhält Südumfahrung“ etwa lautete eine Überschrift Mitte der 1980er Jahre, später wurde die Ostumfahrung angekündigt. „Effektiv aber ist in den letzten 30, 40 Jahren absolut nichts passiert“, so der Bürger. Die Zuhörer nannten etliche Punkte, die bei der Positionierung Steinen eine wichtige Rolle spielen sollten. Darunter die Frage, wie nach der Verlegung der Landesstraße die Verkehrsströme innerhalb Steinens geleitet werden sollen, wie die Lärmbelastung für Höllstein im Zaum gehalten werden könne, wenn der vielgepriesene vierspurige Ausbau der B317 komme, oder die Forderung nach enger Kooperation und Rücksprache mit der Nachbargemeinde Maulburg, die für den Fall einer Veränderung in Sachen Bundesstraße ebenfalls unabdingbar sei. Vor allem sei es wichtig, die Bürger in die Überlegungen einzubeziehen.

Bürgermeister Gunther Braun erklärte, dass in Lörrach ein Gespräch stattgefunden habe. Steinen sei hier mit von der Partie gewesen, wie die Gemeinde – auch auf ausdrückliches Bestreben des Regierungspräsidium hin – überhaupt eng in die Planungen einbezogen sei. Das Regierungspräsidium werde die Planungen demnächst auch im Steinener Gemeinderat vorstellen. „Die Bevölkerung mitzunehmen ist ein Herzenswunsch von Verwaltung und Gemeinderat“, betonte Bürgermeister Gunther Braun: „Wir wollen die Diskussion transparent und offen führen.“